Hintergrund

Chronik

Gemischter Chor Harpstedt von 1905

                                                                                                                                                                      von Rainer Conrad

 

Bereits 1882 schlossen sich sangesfreudige Frauen und Männer zu einem „Gemischten Chor“ zusammen. In Heinrich Schwiering fand sich ein Dirigent, der den Chor bald in eine beachtliche Höhe führte. Nach seinem Tode 1884 setzten die beiden Musiker Wilhelm Duveneck und Johann Kolloge die Chorübungen fort, konnten aber nicht verhindern, dass sich der „Gemischte Chor“ infolge des Übertrittes der Männer in die damals in Harpstedt bestehenden Männergesangvereine „Liedertafel“ und „Eintracht“ im Frühjahr 1887 auflöste.

Doch der Wunsch nach gemischtchöriger Betätigung blieb ungemindert bestehen und fand 1905 seine feste Form in der Gründung des heute noch bestehenden „Gemischten Chores“.

Um das gesangliche Leben bemühte sich der damalige Kantor Otto Müller, dessen Tätigkeit umso höher gewertet werden muss, da auch die oben genannten Männergesangvereine seiner Leitung unterstanden.

Leider verstarb Kantor Otto Müller im Frühjahr 1911 im besten Mannesalter. Seine Arbeit übernahm im Oktober 1911 der im Seminar Verden durch den damals weitbekannten Musikdirektor Reinbrecht ausgebildete Lehrer Robert Grimsehl, der, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, bis 1956 als Chorleiter tätig war.

Nach 1956 folgte eine unruhige Zeit für den gemischten Chor. Durch ständigen Dirigentenwechsel in den Jahren 1956 bis 1961 (Organist Topp, Lehrer Buchmann und Kantor Jany) entstand eine Chormüdigkeit, die den Chor an einen Tiefpunkt führte.

1961 übernahm Kantor Heinz Bockhorst den Dirigentenstab und konnte den Chor wieder festigen. Wegen Überlastung gab Bockhorst den gemischten Chor in 1968 auf, um sich mehr dem Kirchenchor und dem Männergesangverein widmen zu können.

Dem Vorstand des gemischten Chores gelang es dann, den Lehrer Steffen Akkermann für den Chor zu interessieren und ihn als Dirigenten zu gewinnen. Seit dieser Zeit konnte der Chor trotz mancher Experimente eine stete Aufwärtsentwicklung verzeichnen.

Seit der Gründung bemühten sich gegenüber 11 Dirigenten nur 7 Vorsitzende um die Geschicke des gemischten Chores. Der Mitbegründer Hermann Nadermann übergab 1909 das Amt an Wilhelm Nadermann, den 1928 der Gärtnermeister Heinrich Knolle und 1952 dessen Sohn Gustav Knolle ablösten. 1964 übernahm der Bauingenieur Gerhard Ganswindt den Vorsitz des gemischten Chores. Gerhard Ganswindt war von 1972 bis 1989 auch Vorsitzender der Sängerkreisgruppe „Klosterbach-Delme“, in welcher 8 Chöre aus Bassum, Bramstedt, Neubruchhausen, Twistringen und Harpstedt zusammengeschlossen sind. Von 1994 bis 2016 war der Diplom-Ingenieur Rainer Conrad Vorsitzender des gemischten Chores. 2016 hat Angela Willms den Vorsitz übernommen.

Der Chor entfaltete seit dem Tag seines Bestehens eine umfangreiche Tätigkeit, die nicht allein auf dem chorgesanglichen Gebiet liegt, sondern auch die gesamten kulturellen Aufgaben des Fleckens und der Samtgemeinde Harpstedt berührt. Die übersichtliche und ausreichende Darstellung des Wirkens auf den verschiedenen Gebieten geht über den Rahmen dieses Rückblickes hinaus.

1978 wurden erstmals Liedbeiträge des gemischten Chores auf einer Schallplatte vertont. Mit anderen Chören und Musikgruppen entstanden so die „Musikalischen Grüße aus Harpstedt“.

Es verging in der Öffentlichkeit des Fleckens und der Samtgemeinde Harpstedt kein kulturell gearteter Vorgang, zu dem der „Gemischte Chor“ nicht gerne seine Mitwirkung gegeben hat.

Seit 1969 besteht im Rahmen der deutsch-französischen Partnerschaft eine Städtepartnerschaft zwischen Harpstedt und Loué. Der „Gemischte Chor“ konnte durch seine Teilnahme an einigen Veranstaltungen sehr zum Gelingen dieser Partnerschaft beitragen. Seit 1982 pflegt der „Gemischte Chor“ eine partnerschaftliche Beziehung zum ebenfalls gemischten Chor „Choral de Loué“. Vom 5. bis 10. Oktober 1982 verbrachten ca. 45 Mitglieder des gemischten Chores einen Aufenthalt bei seinem Partnerchor in Loué, der erste Gegenbesuch mit 40 französischen Gästen erfolgte ein Jahr später im Oktober 1983. Seitdem trafen sich die beiden Chöre regelmäßig, und zwar 1986, 1992, 1994, 1998, 2002, 2004, 2007, 2011, 2014 und 2018 in Loué sowie 1988, 1989, 1996, 1999, 2003, 2005, 2009, 2013 und 2016 in Harpstedt. Zwischendurch verbrachten die beiden Chöre zwei gemeinsame Wochenenden, 1985 in St. Dié (Vogesen) und 1991 in Otzenhausen bei Trier.

Nach der Wende knüpfte der gemischte Chor freundschaftliche Bande mit der „Chorgemeinschaft Engelsdorf" (Leipzig). So besuchten die Engelsdorfer Harpstedt in den Jahren 1993, 1995, 1998, 2003, 2008, 2014 und 2018, die Harpstedter fuhren in den Jahren 1994, 1996, 2001, 2006, 2011 und 2016 nach Engelsdorf.

Im Jahre 2002 gründete der Lehrer Peter Schulenberg den Kinderchor „Harpstedter Ohrwürmer“ als Unterabteilung des gemischten Chores. Dieser Kinderchor war von Anfang an ein voller Erfolg.

überarbeitet am 24.11.2018 BS

 

Harpstedter Ohrwürmer

Der Vorstand vom Gemischten Chor Harpstedt von 1905 hat im März 2002 die Patenschaft für diesen Kinderchor übernommen. Der Kinderchor "Harpstedter Ohrwürmer" besteht zurzeit aus 17 Mitgliedern. Seit 2012 ist Lena Hannekum Chorleiterin.

Dieser Unterchor hat inzwischen eine eigene Startseite in unserer Homepage.

überarbeitet am 13.04.2017 BS

Die Aktualisierung der Seite erfolgt nach der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung.