Hintergrund

Repertoire

“Was singt der Gemischte Chor da eigentlich alles?“

                                                                                                       von Steffen Akkermann

 

Es liegt im Ehrgeiz eines Chores, möglichst immer wieder mit einem neuen Programm an die Öffentlichkeit zu treten. So geht es auch dem Gemischten Chor, was dazu führt, dass diese Singgemeinschaft ein großes Repertoire hat, das natürlich zum größten Teil “im Stillen“ ruht und nicht immer gleich auch perfekt aufgeführt werden kann, weil die Einstudierungen schon zu lange her sind. Beim Gemischten Chor Harpstedt umfasst dieses Repertoire 370 Stücke.

Ich möchte den Versuch unternehmen, diese große Menge an Liedmaterial in Gruppen vorzustellen:

 

1.  Alte weltliche Chorliteratur -

dazu gehören „An hellen Tagen“ von Giovanni Gastoldi, die „Pavane“ aus dem Jahre 1589 von Toinot Arbeau oder „Wir lieben sehr im Herzen“ von Daniel Fridericki.

 

2. Volkslieder  -

Deutschland besitzt einen reichen Schatz an Volksliedern wie „Im schönsten Wiesengrunde“, „Hab` mein Wage vollgelade“ in einem flotten Satz von Heinz Lemmermann und das plattdeutsche „Min Jehann“.

 

3. Geistliche Musik -

obwohl der Gemischte Chor kein Kirchenchor ist, zählen doch viele religiöse oder geistliche Werke zum Repertoire wie Mozarts „Ave verum“, das „Ehre und Preis“ von Johann Sebastian Bach, „Die Himmel rühmen“ von Ludwig van Beethoven oder „Tibie Paiom“ von Dimytri Bortnianski. Das größte Gesamtvorhaben des Gemischten Chores war vor Jahren die Aufführung eines großen Teils der „Schöpfung“ von Joseph Haydn. In letzter Zeit fanden auch Spirituals und Gospels wie „Swing low“, „Oh Herr, welch ein Morgen“ und das afrikanische „Kumbaya“ Eingang ins Liedgut.

 

4. Musik der Klassik -

aus dieser Kategorie singt der Gemischte Chor das „Zigeunerleben“ von Robert Schumann, „Schon die Abendglocken klangen“ aus „Das Nachtlager von Granada“ von Konradin Kreutzer oder die gesamte 1. Szene aus dem 3. Akt der Oper „Zar und Zimmermann“ von Albert Lortzing.

 

5. Operette –

hier singt der Chor u.a. ein großes Potpourri aus „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller, „Im Feuerstrom der Reben“ von Johann Strauß oder fast alle bekannten Stücke aus: „Die Csardas Fürstin“ von Emmerich Kalman.

 

6. Musicals –

aus diesem Genre hat der Gemischte Chor Highlights aus „My fair Lady“ von Frederick Loewe, aus „Hair“ von Galt Mac Dermot, „Cats“ oder dem „Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber im Programm.

 

7. Internationale Lieder –

durch die Beziehungen zu Frankreich nehmen natürlich französische Lieder wie „A la claire fontaine“ oder „La mer“ einen großen Raum ein. Daneben werden „Granada“ von Agustin Lara oder „Es klingt ein Lied“, eine Volksweise aus Irland, gesungen.

 

8. Pop-Lieder –

jeder kennt „Mein kleiner grüner Kaktus“ von Reisfeld/Marcuse oder „Eine Schwarzwaldfahrt“ von Horst Jankowski.

 

9. Eigene Lieder und Stücke –

aus der Feder des Chorleiters Steffen Akkermann haben 20 Stücke – darunter das komplett durchkomponierte „Max und Moritz“ und das 13-teilige „Us is de Hassel“ – Eingang in die Literatur des Gemischten Chores gefunden. Die Letztgenannten entstanden in einer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit mit Karsten Knolle und seinen „Feierabendmusikanten“. Dazu darf man auch das Projekt „Ein Lied geht um die Welt“ zählen.

Ca. 85 Stücke aus dem Repertoire wurden von Steffen Akkermann für den Gemischten Chor vierstimmig gesetzt, da es zu diesen Liedern keine Chorfassung gab. Neu ist das Lied in Borkumer Platt „Stah fast, kiek wiet und rög die bie Tied“. Es wurde bereits mehrfach öffentlich aufgeführt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Gemischte Chor Harpstedt über ein sehr breites Repertoire verfügt und sich in vielen Musikrichtungen zu Hause fühlt.

Diese Breite zu ergänzen, traditionelle Musik zu pflegen, neue Musik zu probieren und eigene Stücke zu wagen, wird Aufgabe des Gemischten Chore sein, solange der Verfasser diesen Chor leiten wird.

Dabei darf nicht versäumt werden, die Personen zu benennen, die diese Breite durch musikalische Begleitung erst möglich machten:

Bis zu ihrem Tode 2007 hat uns Gertrud Bädeker, 2. Vorsitzende und „Seele“ des Gemischten Chores jahrelang am Klavier begleitet, sowohl in den Proben als auch bei Konzerten. In der Zeit davor spielte für uns Ralf Wilke Klavier und Peter Schulenberg Gitarre.

Und besonders genannt sei hier Kantor Heinz Bockhorst, der ehemalige Leiter des Gemischten Chores Harpstedt, der bis zu seinem Tode 2010 bei vielen Auftritten den Chor an der Orgel und am Klavier begleitet hat.

Bis heute hin können wir auf Fred Wesemann am Akkordeon und Horst Völkner an der Gitarre zählen.

Neu in den letzten Jahren kamen Hedwig Stahl und Christa Kaiser als Klavierbegleiterinnen hinzu. Ferner Sylke Buschmann, Violine, Ute Klitte, Violine, Frank Zimmermann (momentan in Ägypten), Viola und Swantje Jerebic, Violoncello.

Einige Konzerte wurden – wie schon genannt – mit Karsten Knolle gestaltet, der den Chor mit seinen „Feierabendmusikanten“ und am Akkordeon begleitet hat.

In den letzten Jahren begleiteten ca. 14 Mitglieder des Blasorchesters „Harpstedter Prager“ und Gastspieler aus anderen Orchestern manche Konzerte des Gemischten Chores.

Dazu konnten wir im Jahre 2014 auf die Unterstützung mehrerer Streicherschülerinnen von Ute Klitte (Kreismusikschule des Landkreises Oldenburg) zählen.

Der Gemischte Chor ist zurzeit gut aufgestellt, weiß aber auch um die Probleme, die ein höher werdendes Alter der Chormitglieder mit sich bringt. Deshalb bemüht sich der Chor sehr um seine beiden Nachwuchschöre „Harpstedter Ohrwürmer“ und „AmaSing“. Außerdem bemüht er sich, seine Stellung im Reigen der verschiedensten Chorgattungen zu behaupten. Denn eines einigt alle Chöre: Die Freude am Gesang – sie steht ganz vorn.

Die Aktualisierung der Seite erfolgt nach der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung.